Über den Verein

Wir, der Pferdesportverein Am Römerdenkmal e. V. in Schweinschied sind ein neuer und junger Verein, der hier in der Region eine Gemeinschaft für Reiter und Pferdeinteressierte gründen will. Willkommen sind Reiter und Fahrer aller Disziplinen wie Dressur-, Western-, Distanz- oder Freizeitreitern. Wir möchten gerne das Pferd und den Pferdesport Kindern und Jugendlichen näher bringen. Wir bieten ein großes Vereinsheim und einen 100x60 Wiesenplatz direkt neben dem 2000 Jahre alten Römerdenkmal in Schweinschied. Dazu kommt noch ein sehr schönes, ausgedehntes Ausreitgelände rund um das Naturschutzgebiet Ringberg.

Unser Vorstand

Vorsitzende Joelle Schwahn vorsitzende@psvamroemerdenkmal.de

Stellvertretende Vorsitzende Annika Feldhoff stv.vorsitzende@psvamroemerdenkmal.de

Beauftragte für Western und Distanzreiten Sonja Ott ▼

Platzwart Alois Schwahn ▼

Schatzmeister Christian Closheim schatzmeister@psvamroemerdenkmal.de

Schriftführerin Kristina Kreuscher ▼

Sportwärtin Victoria Schegerer sportwartin@psvamroemerdenkmal.de

Weitere Funktionäre

Tierschutzbeauftragter Dr. Aloys Schwahn ▼

Das Römerdenkmal bei Schweinschied

Das Gelände unseres Pferdesportvereins liegt direkt neben dem Römderdenkmal in Schweinschied. Das Denkmal stammt wahrscheinlich aus dem ersten Jahrhundert nach Christus und besteht aus einem Sandsteinblock, der an drei Seiten in den Fels gehauene Darstellungen aufweist.

Die Vorderseite hat drei Nischen, in der mittleren sieht man einen Reiter, der über einen am Boden Liegenden hinwegsprengt. Die seitlichen Nischen zeigen jeweils einen Lorbeerbaum, darüber in der rechten Nische ein Hippokampos. Ein Hippokampos, zu deutsch Seepferd, ist ein Fabelwesen, dessen Vorderkörper ein Pferd ist und der Hinterkörper ein Fisch. In der griechisch-römischen Mythologie ist ein Hippokampos ein Zug- oder Reittier verschiedener Meeresgötter.

Auf der rechten Seite in den zwei Nischen stehen links eine Tänzerin und rechts ein trauernder Jüngling. Auf der linken Seite sind ebenfalls zwei Nischen. Links ist wieder eine Tänzerin dargestellt, rechts eine männliche Figur, wahrscheinlich entsprechend der Gegenseite.

Die erste Frage, die sich stellt, lautet: Römisch oder keltisch? Die Römer haben nämlich keine Felsen behauen, das machten nur die Kelten. Deshalb sagen renommierte Forscher: Das Römerdenkmal ist ein Überbleibsel eines einheimischen keltischen Kultes. Dafür sprechen zwei Dinge: Zum einen wurde die Reiterfigur erst nachträglich in die mittlere Nische eingefügt. Das kann man am Stil der Darstellung und an der Tiefe der Steinbearbeitung sehen. Zum zweiten hat der Fels vor der mittleren Nische noch einen Absatz, der als Rest einer Opferbank angesehen wird. Beides würde passen zu einer keltischen Kultstätte. Neben einem keltischen Kult käme auch der Mithraskult in Frage, der um die Zeit der Entstehung des Denkmals weit verbreitet war. Römische Soldaten hatten ihn aus dem Orient mitgebracht.

Die Fragestellung römisch oder keltisch kann man allerdings entschärfen, weil im hiesigen Siedlungsgebiet eine gallo-römische Mischbevölkerung lebte. Auch die Göttervorstellungen vermischten sich, die Götter bekamen oft keltisch-lateinische Doppelnamen. Das erklärt, warum ein Fels behauen wurde (keltisches Verfahren), die Darstellungen aber aus der römischen Götter- und Symbolwelt stammten. Es bleibt eine zweite Frage: Handelt es sich um ein Heiligtum, ein Grabmal oder um ein Denkmal? Eine gängige Hypothese lautet: Es handelt sich um ein Grabmal eines keltisch-römischen Kavallerieoffiziers, der in der XXII. Legion Primigenia gedient hat, die lange in Mainz stationiert war. Ein Wappentier der XXII.en Legion war der Capricorn, der Ziegenfisch. Das ist ein Fabelwesen mit dem Vorderleib einer Ziege und dem Hinterleib eines Fisches. Einige Beobachter halten die Figur in der rechten vorderen Nische nämlich für ein Capricorn. Meiner Meinung nach handelt es sich eindeutig um ein Hippokampos, d.h. Der Vorderleib stellt ein Pferd da. Am Besten kommen Sie einmal nach Schweinschied und beurteilen es selbst.

Warum wurde die Reiterfigur erst nachträglich in die mittlere Nische eingefügt und welches Bild wurde dafür entfernt? Wir wissen es nicht. Es ist aber bekannt, dass es vorbei war mit der religiösen Toleranz, als das Christentum etwa um 400 nach Christus Staatsreligion wurde. Heidnische Bilder und Mithraskultstätten wurden zerstört oder überarbeitet.

Also eines ist jedenfalls gewiss: Wenn Sie einmal an einem Reitwettbewerb unseres Vereins teilnehmen, werden Sie ihr Pferd an einer geschichtsträchtigen Stätte bewegen.

Autor: Dr. Aloys Schwahn

Quellen:
Cüppers, Heinz, Die Römer in Rheinland-Pfalz
Krenker, D., Das römische Felsdenkmal bei Schweinschied im Kreise Meisenheim (Nahebezirk), Germania V, 1921
Brauner, Erich, Gallo-römische Felsbilder in der westlichen Pfalz, Stimme der Pfalz 24, 1973